Teneriffa: Tour 4 - Wenn man in Santiago del Teide einrollt

Anzeige
Header background

Teneriffa für Radfahrer: Tour 4 - Bergfahrt an der Steilküste von Los Gigantes

Los Gigantes – Chío – Arguayo – Santiago del Teide – Tamaimo – Los Gigantes (29 km)

Imposant fallen die Klippen bei Los Gigantes jäh zum Meer hin ab. Für sportliche Pedalritter ist die Überwindung des Höhenunterschieds eine Herausforderung

Wer die lange Steigung von Los Gigantes bis in das Hochtal von Santiago del Teide auf den teilweise steilen Straßen bewältigen will, muss über eine gesunde Grundkondition im Bergfahren verfügen. Gnadenlos und mit nur wenigen Verschnaufpausen windet sich die Straße in die Höhe, man sollte nicht warten, bis die Sonne in die Bergflanke brennt. Schön ist die Feriensiedlung Los Gigantes nicht gerade, doch die sie umgebende Landschaft ist dafür umso spektakulärer. Die Hafenbucht bietet bereits eine hervorragende Einstimmung auf die gewaltige Felsszenerie. Und einige pikante Schwarzweißkontraste: Die hellen Appartementsiedlungen heben sich deutlich von den dunklen Felsen und dem grobkörnigen Sand ab.

Oberhalb der steil in den Hang gebauten Bungalows hält man sich an der ersten Straßengabelung links und überwindet die ersten 200 Höhenmeter auf der teilweise in Serpentinen angelegten, frisch geteerten Straße. Um dem Verkehr zu entkommen, zweigt man jedoch kurz vor einer großen Kehre nach rechts in Richtung Guía de Isora ab.

Die Straße windet sich in die Höhe

Auf der ruhigen Nebenstraße lässt zudem zwischenzeitlich auch die Steigung etwas nach. Die Landschaft ist hier noch relativ eintönig, außer einzelnen Kakteen und gelegentlich ein paar bunten Blumen gedeiht hier nicht sehr viel. Auf halber Strecke nach Guía biegt man links ab und gelangt in kräftiger Steigung unterhalb der Dorfkirche in den Ort Chío. Anschließend geht es wiederum links, dann nimmt man die zweite nach rechts verlaufende Straße hinauf nach Arguayo. Der Ort ist vor allem durch sein Töpferzentrum bekannt geworden. Es ist eines der interessantesten auf den Kanarischen Inseln, da die Keramiken noch nach alter Tradition ohne Töpferscheibe hergestellt werden. Sein wichtigstes Ziel besteht darin, das völkerkundliche Erbe der Guanchen zu bewahren. Besucher sind natürlich immer herzlich willkommen.

Zum höchsten Punkt der Tour

In diesem Inselwinkel leben die Menschen noch abseits vom Tourismus in einer vollkommen eigenen Welt. Die Dörfer wirken verschlafen und fast ein wenig gespenstisch, vor allem wenn Wolkenschleier sie verhüllen. Arguayo liegt ja immerhin schon auf über 900 Meter Höhe. Noch hat man den Anstieg nicht ganz hinter sich gebracht. Erst kurz vor Las Manchas erreicht man den höchsten Punkt der Tour, bevor die Abfahrt nach Santiago del Teide beginnt. Beeindruckend tief liegt die Südküste dem Betrachter zu Füßen, meist erkennt man am Horizont die Nachbarinsel La Gomera. Auch die steile Serpentinenstraße zwischen Tamaimo und Santiago ist zu sehen. Interessant sind auch die teilweise kühn in die Landschaft gelegten Rohre und Kanäle, die den Wasserhaushalt regulieren sollen. Auf diese Weise ist selbst in steilen Hanglagen landwirtschaftlicher Anbau möglich. In Guía werden die Ernten zusammengetragen und weiterverkauft.

Reizvolle Abstecher ins Gebirge

Wenn man in Santiago del Teide einrollt, erlebt man einen überraschenden Landschaftswandel. Nördlich des Ortes breitet sich ein wunderschönes, fruchtbares Hochtal aus, das vom zerklüfteten Teno- und dem hoch aufragenden Teidegebirge eingerahmt ist. Terrassen von goldgelben Getreidefeldern findet man ebenso vor wie Weinreben, Feigen- und Mandelbäume. Im Ort gibt es alte Weinpressen, auffallend ist auch die Kirche mit den arabisch anmutenden, weißen Kuppeln. Bei aller Attraktivität hält sich der Ort jedoch relativ aus dem Tourismus heraus. So gibt es hier bedauerlicherweise keine Übernachtungsmöglichkeiten. Santiago lohnt in jedem Fall eine längere Rast, auch führen von hier besonders reizvolle Abstecher noch tiefer in die Gebirge hinein. Wer sich noch bei Kräften fühlt, sollte so seiner Radtour noch den einen oder anderen Höhepunkt hinzufügen. Denn die Strecke von hier zurück nach Los Gigantes besteht ausschließlich aus einer 11 Kilometer langen, rasanten Abfahrt

Durch die schönste Schlucht Teneriffas

Eine recht schnelle Variante ist die Fahrt auf der Landstraße 820 bis zum Mirador Valle de Arriba. Die Straße führt in angenehmer Steigung durch lichten Wald weit um den Talboden herum und gibt eine der schönsten Ausblicke auf den Teide frei, wenn er nicht von einem Wolkengürtel eingefangen ist. Auf der Passhöhe hat man zudem einen tollen Ausblick auf die Westküste. Der etwas tiefer, an einem kleinen See liegende Ort Erjos gilt als Wetterscheide. In der Tat besticht das satte Grün, das einem ins Auge fällt.

Die andere Alternative ist die Fahrt in das zerklüftete Tenogebirge. An der nördlichen Ortsausfahrt von Santiago zweigt die enge Bergstraße ab und führt nach wenigen Kilometern bis auf die Passhöhe. Bereits hier ist man von der wilden Schönheit der steil aufragenden Felsen und den düsteren Abgründen der Schluchten überwältigt. Die wohl schönste Schlucht Teneriffas ist der Barranco de Masca, an der das pittoreske gleichnamige Dorf an einem sonnigen Bergrücken liegt. In endlosen Serpentinen führt die Straße den Pass hinunter und endet im von Agaven, Mandel- und Orangenhainen umgebenen Ort. Auf dem Kirchplatz wird Palmwein und -honig verkauft.

Praktische Infos zur Strecke

Ausgangsort: Der Hafen von Los Gigantes.

Anfahrt: 27 km von Los Cristianos (regelmäßige Busverbindung).

Streckenverlauf: Vom Hafen Los Gigantes Richtung Zentrum, dort auf der Hauptstraße stets bergan in Richtung Tamaimo – nach ca. 1,5 km rechts in eine kleine Nebenstraße nach Chío (7 km) – Arguayo (3 km) – Santiago del Teide (4,5 km) – Tamaimo (5 km) – Los Gigantes (6 km).

Variationen: Von Santiago del Teide führen landschaftlich überaus reizvolle Straßen ins Tenogebirge nach Masca (4,5 km) und zum Mirador de Arriba (4 km).

Streckenlänge: 27 Kilometer (Abstecher Masca: + 9 km, Abstecher zum Pass Puerto de Erjos: + 8 km).

Zeitaufwand: 4 Stunden, mit Abstechern entsprechend länger.

Streckenprofil: Herrliche und aussichtsreiche Gebirgsroute auf nicht allzu befahrenen Bergstraßen. Ein Gebiet, in dem man sich beliebig austoben kann.

Anspruch: Trotz relativ kurzer Strecke gute Kondition vonnöten, da im Mindestfall 1100 Höhenmeter bewältigt werden müssen (Masca + 500 Höhenmeter, Mirador de Arriba + 200 Höhenmeter). Die steilen Abfahrten und Anstiege erfordern ein gutes Trekking- oder Tourenrad mit intakten Bremsen. Helm von Vorteil. Für Kinder bedingt geeignet sind die Abstecher von Santiago del Teide (Start in Santiago).

Badestrände: Playa de la Arena bei Los Gigantes. Kleine Lavasandbucht auch im Hafen von Los Gigantes.

Besonderheiten: Früher Aufbruch sinnvoll, da die Tour mit einem kräftigen Anstieg beginnt. Ganzjährig.

Weitere Tourentipps Teneriffa

Tour 1: Rundkurs in Santa Cruz de Tenerife

Schattige Plätze und sehenswerte Orte: Teneriffas Hauptstadt hat viel zu bieten

Tour 2: Das Anagagebirge

Die Berge sind steil und die Strecke erfordert viel Kondition. Doch die Mühe lohnt sich. Es winken eine einzigartige Landschaft und herrliche Ausblicke

Tour 3: Südostküste

Die anspruchsvolle Panoramatour führt durch eine vielseitige Landschaft

Alle Angaben wurden von Hayit Medien und radtouren.de nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Allerdings kann keine Gewähr oder Haftung für einen etwaigen Schaden übernommen werden.

(c) copyright, Alle Rechte vorbehalten

Anzeige
Anzeige