Jakobsweg Tag 10 - Trabadello - Sarria

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Tag 10: Trabadello – Sarria

Dienstag, 19. Mai 2009
- von Walfisch -

Trabadello - Sarria

Pass-Kontrolle

Waschkueche unserer Wirtin in Trabadello

So, liebe Freunde. Während Norbert duscht, oder was auch immer er darunter versteht, sitze ich, ungeduscht, zwischen Bett und Fenster, und versuche ein paar Zeilen zu tippen, damit Ihr versteht, was wir heute geleistet haben. Vorweg: Wenn ich vorher gewusst hätte, was ich, und alle anderen Biker natuerlich auch, heute leisten mussten, wäre ich wie Axel auch, ins Auto gestiegen und hätte mich fahren lassen. Warum er im Auto sass, konntet Ihr ja bei der letzten Etappe erfahren.

Pass-Kontrolle

Nun aber zur Passkontrolle - damit ihr versteht, was es damit auf sich hat. Gestartet sind wir heute in einem kleinen Bergdorf, zirka 200 Kilometer vor Santiago. Kalt ist es, sehr kalt. Jedenfalls heute morgen. Und bergauf geht es. Direkt. Mit anderen Worten: ein Kaltstart. Uuuaahhhh. Und das mit mir. Ich gehoere ja eher zur Kategorie der Lanz Bulldogs-Trecker. Bevor die richtig laufen, muss erst einmal ihr Oel zum kochen gebracht werden.

Ich aber hatte keine Chance. Bin ja auch kein Trecker... Um kurz nach neun schreit irgendjemand: „Shedule!“ und schon geht es vorwaerts. Und zwar auf den Alto O'Cebrero. 1300 Meter hoch. Noch Fragen? Anfaenglich bin ich erstaunlich gut, kann sogar Norbert hinter mir lassen. Dann aber geht mir doch die Puste aus und ich muss abreissen lassen. Nicht zu verwechseln mit „abreisen“...:o)) Es gibt kein esszett!

Letztendlich aber war oben zwischen uns nur eine knappe Minute. Das lag natürlich auch an den Pausen, die wir gemeinsam mit unserem Freund Mario verbrachten. Der hatte naemlich leider den Originalweg, den sein Bruder Manne zusammen mit unser lieben Gaby fährt, verpasst. Er wollte aber nicht noch mal zurueck. Rauf ist rauf, dachte er und entschloss sich, die letzten 15 Kilometer Anstieg mit uns gemeinsam auf der Strasse zu fahren.

Oben haben unsere Fahrer Mathe, Hans und Gastbeifahrer Axel schon fuer unser leibliches Wohl gesorgt. Schnell ein paar Brote gegessen, einige mit Wurst belegt, andere mit Käse, braune Brause aus Amerika und andere ungesunde Sachen zum Trinken und schon geht es weiter.

Ueber den Daechern von O´Cebreiro

Erst einmal wieder hinunter. Herrlich! Aber dann... nach 200 Hoehenmetern bergab, mussen wir wieder auf 1270 Meter hinauf!!! Und da erwartet er uns: Der Namensgeber des Weges: Der heilige Jakob, in Bronze gegossen, knapp vier Meter hoch. Genau so, wie man ihn sich vorstellt.

Nach dem zweiten Pass

Mit einem breitkrempigen Hut auf dem Kopf, einem langen Stock in der Hand, die andere Hand zum Schutz gegen die Sonne vor die Stirn gehalten. Schon imposant, das Kerlchen. Also, schnell ein Foto und schon geht’s weiter. Zeit zum Ausruhen haben wir schließlich, wenn wir in Rente gehen...:o)) Ab zum nächsten Pass. Den Alto del Polo: 1337 Meter hoch. Auch davor fahren wir natuerlich erst einmal gute 200 Hoehenmeter hinab.

Ich will es kurz machen. Es war wie immer wunderschoen und wir haben es geschafft. Natuerlich. Gluecklich, aber unheimlich kaputt, kommen wir in Sarria an. Wohnen natuerlich im feinsten Nobelhotel. Axel hat ausgesucht. Schließlich goennt man sich ia sonst nichts... sagt er.

Er sieht jemandem aehnlich, den wir gut kennen!

Aber nicht, dass ihr denkt, vom Alto del Polo fuehrte es nur noch hinunter. Mitnichten! Es ging noch mindesten einmal, ich befuerchte fast behaupten zu muessen, dass es sogar noch zwei mal jeweils gute 100 Meter Richtung Himmel ging. Und die haben uns dann geschafft. Genau so wie ich den Bericht jetzt. Wir alle wuenschen heute noch einen schoenen Tag oder eine gute Nacht. Bye, bye...

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