Amper-Radtour – von Freising bis zum Ammersee

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Radtour durchs Alpenvorland: Entlang der Amper von Freising bis zum Ammersee

Was liegt näher, als an einem sonnigen Morgen in der Corona-Pandemie einfach mal einen Tag blau zu machen – und die unbekannten Ecken der näheren Umgebung zu erkunden? Eine Tour mit Bahn und Bike durchs Münchner Umland.

Los geht es an einem noch etwas frischen Sommermorgen. Startpunkt ist der Bahnhof in Freising, der mit dem Regionalzug schnell erreicht ist. Der Plan: Von hier dem Verlauf der Amper zu folgen, bis zu ihrer „Quelle“ am Nordende des Ammersees. Etwa 90 Kilometer lang ist die Tour – an einem langen Sommertag gut zu bewältigen.

Zunächst gilt es, den „Startpunkt“ an der Amper zu erreichen. In der würzigen Morgenluft radelt man hinaus aus der Stadt, auf einer ruhigen Landstraße durch dichten Nadelwald und ein flottes Stück bergab, bis der kleine Ort Allershausen erreicht ist. Hier mündet das Flüsschen Glonn in die Amper, die als Ammer südlich von Oberammergau entspringt, bei ihrer Reise durch den Ammersee ihren Namen wechselt und nach 186 Kilometern bei Moosburg in die Isar mündet.

Von hier folgt man einfach dem Radweg nach Dachau, durch blühende Wiesen ganz in der Nähe des Amperkanals immer in Richtung Süden. Vorbei geht es am hundert Jahre alten Wasserkraftwerk Kranzberg, dem Kranzberger Weiher und zahlreichen kleinen Seen und Tümpeln. Nach einer Überquerung der Autobahn führt der Radweg ein ganzes Stück direkt an der Amper entlang – die sich hier allerdings so gut hinter dichtem Ufergehölz versteckt, dass man das Wasser oft nur erahnen kann.

Durch Flussauen mit historischen Wasserkraftwerken und kleinen Seen

Weiter geht es durch eine brettebene Landschaft mit saftig grünen Wiesen und sanft gelben Feldern. Inzwischen strahlt die Sonne von einem tiefblauen Himmel, das Radeln ist das reinste Vergnügen und die Kilometer schmelzen nur so dahin. Bald lässt man die Dörfer Fahrenzhausen, Haimhausen und Ampermoching hinter sich und erreicht den Ortsrand von Dachau. Wer möchte, kann hier einen Zwischenstopp einlegen, das berühmte Schloss Dachau, den Hofgarten und die hübsche Altstadt mit der Sankt-Jakobs-Kirche besichtigen.

Wer auf dem Radweg bleibt, bemerkt von der Stadt allerdings kaum etwas: Im gesamten Stadtgebiet verläuft die Route durch grüne Flussauen an der Amper oder an kleinen Kanälen entlang, mal durch ein ruhiges Wohngebiet, dann direkt unterhalb des Schlossparks vorbei. Anschließend beginnt einer der schönsten Abschnitte der Tour: Auf einem weitläufigen Radweg geht es an der breiten, aufgestauten Amper entlang, die hier und da von hübschen historischen Wasserkraftwerken überspannt wird.

Es folgt ein Stück im Zickzack: Mal durch ein dichtes Waldstück, mal neben der Straße, dann wieder ein Stück am Fluss entlang. Hinter dem künstlich angelegten kleinen Ampersee führt der Radweg durch grüne Auwiesen am kleinen Mühlbach entlang, vorbei an Olching und dem prächtigen Schloss Esting, quer durch das verschlafene Emmering und bis ins Zentrum von Fürstenfeldbruck. 

Cappuccino am blumengeschmückten Flussufer

Das hübsche Städtchen eignet sich gut für eine Rast: Der große Marktplatz mit dem Alten Rathaus, historischen Bürgerhäusern und den beiden imposanten Kirchen Sankt Leonhard und Sankt Magdalena lohnt einen Bummel, und in der Klosterkirche sind barocke Wandmalereien und Altäre der Brüder Asam zu finden. Aber das Beste: Direkt am Fluss, neben der Amperbrücke, laden blumengeschmückte Cafés zu einem Cappuccino, Eis oder Stück Kuchen ein.

Frisch gestärkt radelt man durch bunt getupfte Wiesen und sich im Wind wiegende Kornfelder weiter nach Schöngeising. Hier beginnen schon die ersten kleinen Hügel und Steigungen – ein Zeichen, dass die Alpen nicht mehr allzu weit entfernt sind. Auf einem Radweg neben der Landstraße geht es ins nahegelegene Grafrath, wo der Weg an einem Hügel oberhalb der Amper durch das malerische Zentrum führt. Es folgt ein Abschnitt durch einen verwunschenen Wald, mit knorrigen Bäumen und über eine romantische alte Holzbrücke.

Ab hier fließt die Amper mehrere Kilometer durch ein weitläufiges Feuchtgebiet. Der Radweg führt im Bogen außen herum, durch Wiesen, Wald und ein paar oberbayrische Dörfer, bis er Eching am Ammersee erreicht. Nach einem kurzen, nicht so schönen Stück neben der Autobahn taucht eine große, knallblaue Bogenbrücke auf. Sie führt über die noch schmale Amper, die hier aus dem Ammersee „entspringt“. Der Blick auf die „Quelle“ ist leider halb versperrt und nicht so beeindruckend wie erhofft.

Blick auf die Alpen und ein erfrischendes Bad im See

Dafür folgt ein schönes Stück am Seeufer, vorbei an Badestränden und gemütlichen Cafés mit Terrassen direkt am Wasser. Dahinter führt der Weg malerisch durch dichten Wald am See entlang – leider ist dieser Abschnitt nur für Fußgänger erlaubt. Mit dem Rad muss man ein ganzes Stück den Hügel hinauf strampeln, wo die Route durch Wiesen und Viehweiden weiter Richtung Herrsching führt. Immerhin ist die Aussicht von hier oben fantastisch: Hinter dem sanft blauen Ammersee schimmern in der Ferne schon die felsigen Bergspitzen der Alpen. Zum Abschluss rollt man auf der Landstraße gemächlich bergab bis zu den Kiesstränden und Liegewiesen am Seeufer bei Herrsching.

Die Sonne strahlt immer noch, und so kann man die Tour mit einem erfrischenden Bad im See abschließen. Aber damit ist der Tag noch nicht zu Ende: Bald versinkt die Sonne in einem leuchtend orangen Farbspiel über den Segelbooten und Holzstegen des Sees. Wer noch Lust auf Nachtleben hat, kann den Abend bei einem Aperol Spritz oder einem Dinner an der lebhaften Uferpromenade ausklingen lassen. Zum S-Bahnhof sind es gerade mal fünf Minuten – und die bringt einen auch noch spät abends in einer knappen Stunde zurück nach München.

Text und Fotos: Christine Amrhein

Praktische Infos

Angaben zur Route

Gesamtstrecke: ca. 93 km
reine Fahrzeit: ca. 6,5 h

Freising – Allershausen: 14 km
Allershausen – Dachau: 27 km
Dachau – Fürstenfeldbruck: 20 km
Fürstenfeldbruck – Eching: 18 km
Eching – Herrsching: 14 km

Beste Jahreszeit

Die besten Jahreszeiten für die Radtour sind der Frühling und der Herbst. Auch im Sommer ist die Tour möglich – zum Beispiel mit Badepausen zwischendurch.

Öffentliche Verkehrsmittel

von München nach Freising: mit Regionalzug, Dauer ca. 30 Min. oder S-Bahn (S1), Dauer ca. 45 Min.; Verbindung etwa alle 15 bis 20 Min.
von Herrsching nach München: mit S-Bahn (S8), Dauer ca. 50 Min., Verbindung etwa alle 30 Min.

Infos zur Amper

Die Ammer entspringt südlich von Oberammergau, fließt durch den Ammersee und ab hier als Amper weiter bis zu ihrer Mündung bei Moosburg an der Isar. Die Gesamtlänge des Flusssystems Ammer & Amper beträgt 186 Kilometer.

Sehenswürdigkeiten entlang der Route

Freising

Domkirche St. Maria und St. Korbinian: Innenraum im Barockstil der Brüder Asam und spätgotischer Domkreuzgang

Stadtmuseum: Infos zur Geschichte der Stadt und historische Stadtansichten

Diözesanmuseum: christliche Kunst aus Oberbayern und Österreich, mit Flügelaltären, Gemälden, Weihnachtskrippen etc.

Dachau

Schloss Dachau: große Burganlage im Barockstil mit weitläufigem Hofgarten

Kirche St. Jakob: Kirche im Stil der Spätrenaissance, mit sehenswertem Altarbild und Apostelfiguren

KZ-Gedenkstätte Dachau: ehemaliges Konzentrationslager, mit geführten Rundgängen, Ausstellungen und Dokumentarfilm

Fürstenfeldbruck

Klosterkirche Fürstenfeldbruck: Barockkirche mit Altären und Fresken der Brüder Asam

ehemaliges Zisterzienserkloster: Klosteranlage aus dem 13. Jahrhundert, heute Museum und Veranstaltungszentrum

Übernachten

in Freising

Gasthof Grüner Hof, Erdinger Str. 42, Tel. 08161-8624830, www.gasthof-gruenerhof.de

Hotel Bayrischer Hof, Untere Hauptstr. 3, Tel. 08161-538300, www.bayerischerhof-freising.de

in Dachau

Schwarzberghof, Augsburger Str. 105, Tel. 08131-338060, www.schwarzberghof.eu

in Fürstenfeldbruck

Gasthof Pucher Hof, Pucher Str. 13, Tel.: 08141-12165, www.pucherhof.de

Hotel Drexler, Dorfstr. 4, Tel. 08141-888990, www.landhotel-drexler.de

in Herrsching

Ferienhäuschen Herrsching, Bahnhofstr. 23, Tel. 0176-52117599, www.bayregio.de/gastgeber/Ferienhaeuschen-Herrsching

Hotel Seehof, Seestr. 58, Tel. 081-52935, seehof-ammersee.de

Änderungen aufgrund der aktuellen Corona-Situation sind möglich. Am besten erkundigt man sich direkt vor Ort.

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