Jakobsweg Tag 1 - St. Jean Pied-de-Port - Huertas

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Tag 1: St. Jean Pied-de-Port

Start im Regen

immer noch Sonntag, 10. Mai 2009
- von Walfisch -

St. Jean-Pied-dePort nach Huarte

Jetzt aber endlich zur Sache. Wir fahren los. Dass es regnet, und zwar wie aus Kübeln, möchte ich hier gar nicht weiter erwähnen. Es ist so und damit basta.
In St. Jean Pied-de-Port holen wir uns unseren ersten Camino-Stempel. Wir sind schon durchnässt, frieren wie die Spatzen, und mir fällt in diesem Zustand ein, dass ich meine wärmende und unglaublich teure Jacke gar nicht angezogen habe. Es gibt nur einen Grund dafür: Ich habe sie im Hotel vergessen. Dachte ich jedenfalls. Irgendjemand ruft unsere beiden „Autofahrer“ Hans und Matte voreilig an und teilte ihnen das Missgeschick mit. Einer von beiden fährt also zurück zum Hotel und bringt tatsächlich eine wunderbare Fleecejacke mit. Leider nicht meine! Verdammt, denn er konnte meine Jacke ja gar nicht mitbringen, da ich sie doch bei mir hatte. In meinem Rucksack. Das war mir allerdings zwischenzeitlich entfallen. Das noch zum Thema Tag Null.

Aber mittlerweile brauche ich sie auch gar nicht mehr, denn das Wetter zeigt sich nun von seiner besten Seite. Zudem scheint die Sonne wärmend während einer kurzen Pause von zirka 1,5 Stunden auf meinen Bauch. Und das sollte sie auch...

Nachdem wir uns fast alle unseren Caminopass besorgt haben, geht es in die Berge. Leider ohne Gaby. Wie schon so oft auf anderen Touren, fahren alle Radler völlig übermotiviert los. Keiner wusste Bescheid, alle wollten nur nach oben: auf 1300 Meter Höhe. Und unsere Gaby haben wir allein gelassen. Sie hat sich verfahren und fährt den Berg, im Gegensatz zu uns auf der matschigen Strecke – dem Original-Camino – hoch. Aus Versehen. Die Arme.

Ich sage euch: Es ist die Hölle gewesen, jedenfalls für mich, habe es auch nicht bis ganz nach oben geschafft. Auch Axel konnte nicht mehr und so ließen wir uns mit dem Kia auf die Passhöhe fahren.

Der Rückweg ist ähnlich anstrengend. Man will es nicht glauben, aber es ist so. Der Weg ist nämlich in Teilen so matschig, dass es überhaupt kein Vergnügen ist. Wenn wir dann doch mal die die Landschaft begutachten können, stellen wir überrascht fest, dass es in denn Pyrenäen immer noch wunderschön ist. Glücklicherweise haben wir Hägges dabei. Der kann beides: Rad fahren und gut fotografieren. Echt klasse, der Mann. Unsere Profis Manne, Mario und besagter Hägges lassen es trotzdem bei der Abfahrt richtig krachen. Die heizen die Berge hinunter, als wenn es kein Morgen mehr gibt. Warum? Weil sie es können... ganz einfach.

Das war es eigentlich schön. Ich habe mich fast völlig übernommen und bin froh, dass ich jetzt gleich ins Bett gehen kann. Alle anderen feiern noch ein bisschen. Das sollen sie auch, denn sie haben es sich verdient.

Tagesetappe

ca. 85 Kilometer, 5,40 h Fahrzeit, ca. 1660 Hoehenmeter, ca. 1360 Meter Abfahrten

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