Jakobsweg Tag 12 - Melide - Santiago de Compostela

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Tag 12 - Melide - Santiago

Donnerstag, 21. Mai 2009
- von Norbert -

Tag 12 - Melide – Santiago de Compostela

Ankunft

Nach dem opulenten Abendessen lassen wir uns heute morgen etwas mehr Zeit. Nach herzlicher Verabschiedung von den Wirtsleuten fahren wir los. Walfisch und ich zunaechst Strasse, der Rest  Camino.

Ich bin froh, zufrieden und stolz, es bis hierher geschafft zu haben. Morgens dauert es immer länger,  um Tritt zu fassen. Jakob hat Kraft gekostet. Es war fuer mich ja auch die erste Radreise ueber so eine lange Zeit. Und dann gleich so anspruchsvoll.

Wir treffen auch "ganz normale" Menschen auf dem Weg

Es geht stetig bergauf und -ab. In Azura treffen wir Haegges. Ich will die letzten 38 Kilometer den Camino fahren, waehrend Walfisch weiter auf der Landstraße rollen möchte. Treffpunkt mit allen anderen soll Arca sein, etwa auf der Haelfte der heutigen Strecke nach Santiago. Durch kleinste Orte, die teilweise nur aus einzelnen Hoefen bestehen, geht es zudem durch Pinien- und Eukalyptuswaelder. Es riecht fremdartig. Ein neuer Geruch in der Natur fuer mich.

Das Schaltauge ist abgebrochen

Hohlwege, Bachueberquerungen und Feldwege, Ortsdurchfahrten, Steigungen und Abfahrten: Ich merke, wie ich langsam langsamer werde – so als ob ich ueberhaupt nicht ankommen moechte, obwohl mein Koerper nach Zieldurchfahrt schreit.

Uebrigens: Unser Treffpunkt in Arca faellt aus. Wir finden den Ort nicht. Etwa elf Kilometer vor dem Ziel treffen wir abermals Haegges, diesmal mit einem abgebrochenen Schaltauge. Er faehrt trotzdem weiter. Mit einem Gang!!!! Der Kerl ist echt hart im Nehmen! Insgesamt ist das die zweite Panne, nach Marios kleinem Kettendreher - von Axels Unfall mal ganz abgesehen.

Pilgermonument auf dem Monte Gozo. Wir haben das Ziel vor Augen

Zirka fuenf Kilometer auf dem Monte Gozo wartet bereits unser Kia samt Fahrern. Wir machen noch schnell Fotos vor dem riesigen Pilgermonument und haben dabei einen ersten Blick auf Santiago de Compostela. Hier wird klar: Uns geht langsam der Weg aus.

Wir bleiben zusammen, denn wir wollen gemeinsam die Porta de Camino durchfahren. Die Einfahrt auf den Platz vor der Kathedrale ist schon sehr bewegend. Wir klatschen uns alle ab und freuen uns ueber die insgesamt fast zeitlose Tour, doch alle sind ungewoehnlich still.

854,71 Kilometer zeigt mein Tacho. Wir legen die Raeder auf die heiligen Steine und setzen uns daneben. Komisch, zurueckblickend frage ich mich: „War es wirklich so schlimm?“ Ja, schlimm schoen. Wie geht es wohl den anderen Pilgern? Denken sie alle das Gleiche? Du laeufst durchs Ziel und ploetzlich ist alles vorbei. Allerdings, und das bleibt, sind da ja noch die Fotos, der Internetbericht hier bei Radtouren.de, das Tagebuch und die Erinnerungen.

Buen Camino!

Tagesetappe

ca 60 Kilometer, Fahrzeit: 3,10h, ca. 1230 Höhenmeter, ca. 1020 Abfahrtsmeter

 

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