Jakobsweg Tag 8 - Leon - Rabanal del Camino

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Tag 8: Leon - Rabanal del Camino

Sonntag, 17. Mai 2009
- von Norbert -

Leon - Rabanal del Camino

Fruehstueck in Virgen del Camino

Strahlend blauer Himmel und wieder bitterkalt. Axel und Walfisch goennen sich eine Pause und begleiten unsere Fahrer im Kia - wieder mal gut, dass wir den haben.

Haegges hat ein total geschwollenes Gesicht und eine dicke Zunge. Irgendein Viech hat ihn heute nacht gestochen. Aber tapfer faehrt er mit.

Die Stoerche nutzen jeden Fleck zum Nestbau

Wir umfahren Villadanges und stoßen erst nach 30 Kilometern in Puente de Orbigo auf die den Original-Camino. Die Landschaft aehnelt dem gestrigen Abschnitt. Einsam, kaum besiedelt, flach, trist, lange Geraden und Gegenwind. Die Wegbeschaffung wechselt zwischen Schotter und Asphalt.

Norbert kaempft sich durch den Schotter

Die alte Roemerbruecke ueber den Rio Orbigo ist mit 24 Boegen und Kurven extrem lang und ein echter Hingucker. Links daneben ist ein Areal fuer mittelalterliche Ritterspiele aufgebaut. Eigentlich muesste in dieser Kulisse  El Cid um die Ecke biegen.

15 Kilometer nur Pampa

Die restlichen Kilometer bis Astorga laufen parallel, teilweise auf der alten Trasse der N120. Einen unbeschrankten Bahnuebergang ueberwinden wir nach alter Westernmanier: Ohren auf die Schienen - kein Zug im Anmarsch.

Norbert: "Du kannst rueber, kein Zug zu hoeren"

Es wird wieder huegeliger. In Astorga treffen sich alle wieder und werden vor der Kathedrale mit einer Kreuzigungsprozession empfangen. Bannertraeger voraus, dahinter eine riesige Plattform mit einer Christus-Szene. Die Ausmaße der Darstellung sind riesig. Die Plattform wird von ca. 60 Maennern getragen. Dahinter Blaeser und Trommler: sehr beeindruckend.

Roemerbruecke in Orbigo

Von Astorga sind es noch ca. 20 Kilometer bis zum Tagesziel. Die Stadt bleibt zurueck, es wird ruhig und einsam. Wenige Wanderer sind zu dieser Zeit hier oben unterwegs. Der Weg schraubt sich in leichtem Kurvengeschlaengel nach oben, schlechte Asphaltstraßen und gute Schotterwege bis hin zu Trialpfaden wechseln sich ab und lassen fuer uns Radler keine Wuensche offen.

Die Landschaft aehnelt den schottischen Highlands. Baumlose, noch schneebedeckte Bergketten mit weiten Hochebenen dazwischen. Voellig vermooste Erlen- und Eichenstaemme erinnern an einen Maerchenwald. Weisser Ginster, Heidekraut und Thymian schmeicheln der Nase. Und das alles in absoluter Ruhe.

Man hoert nur die Reifen im Schotter knirschen und unterschiedlichen Vogelgesang. Ich vergesse zu radeln, bleibe stehen und lasse die Umgebung auf mich wirken. Es ist wunderschoen hier oben. Besonders nach den letzten drei Flachetappen.

Selbst vereinzelt fallende Regentropfen passen ins Bild. Nach heute 64 Kilometern kommt Rabanal in Sicht. Der Ort besteht fast nur aus Natursteinhäusern in wirklich gutem Zustand. So auch das Hostal. Fuer Manne und mich kommt ein letzter heftiger Anstieg im Ort. Angetrieben von unserer Vorhut treten wir in die Pedale. Am Hostal - wir sind wieder auf 1.150 Metern - wartet das wohlverdiente Bier.

Prozession in Astorga

Eine tolle Etappe. Auch heute sind wir geschafft - aber alle so happy wie an keinem Tag zuvor. Morgen warten mal wieder die großen Berge.

Der Autor hat Durst

Kurz vor Rabanal

Letzter Anstieg zum Hostal

Tagesetappe

ca. 70 Kilometer, ca. 4,30 h, ca. 580 Hoehenmeter, ca. 340 Abfahrtsmeter

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