Typenkunde 2 - Das Mountainbike entstand Anfang der 80er Jahre

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Mountainbike (MTB) 26"

Das Mountainbike entstand Anfang der 80er Jahre aus „Cruisern“ in den USA, ursprünglich um Berge herunterzufahren. Das Mountainbike hat die Fahrradentwicklung revolutioniert und z. B. auch die Entwicklung des Trekkingrads ermöglicht.

Erwähnenswert ist, dass die US-amerikanische Mountainbike-Industrie nicht alles neu erfunden hat: Die Antriebstechnik mit Dreifach-Kettenblatt (damals wie heute von den französischen Firmen TA und Stronglight mit Kettenblättern in verschiedenen Größen gefertigt) sowie die Benutzung von Cantileverbremsen an Crossrädern (von Mafag) war beispielsweise in Frankreich schon lange Zeit üblich.

Mittlerweile existieren unterschiedlichste Formen ohne / mit Voll- / mit teilweiser Federung und unterschiedlichen Geometrien. Das lang gestreckte Oberrohr ist beispielsweise charakteristisch für Downhill-Räder, Reiseradler kommen sich darauf eher wie auf einer Streckbank vor. Manche MTB-Formen sind für den Radreisenden nur bedingt tauglich. Man beachte z. B. auch die unbefriedigenden Möglichkeiten der Befestigung von Gepäcktaschen an gefederten Rahmen.

Einsatz: Bei gepäcktauglicher Geometrie für Touren auf unbefestigten Wegen und im Gelände.

Klassisches Reiserad

Das klassische Reiserad ist selten geworden. Es bildet in seiner Geometrie eine Zwischenstufe zwischen Rennrad und Trekkingrad.

Es wird häufig von Vielfahrern genutzt, die sonst gerne mit dem Rennrad unterwegs sind. Komplett ausgestattet mit Schutzblechen und Lichtanlage, sowie Kettenschaltung und Rennlenker, z. T. Anlötsockel für Cantilever- bzw. V-Bremsen. Hierbei gibt es neuerdings Probleme, da die gängigen Schalt-/Bremsgriffeinheiten nur für Rennradbremsen (Seitenzugbremsen) und nicht für V-Bremsen konzipiert sind. Die Kombination mit Cantilever-Bremsen erfordert Anpassung des Seildreiecks, um die erwünschte Bremsleistung zu erhalten.

Besonders der Hinterbau muss länger sein als beim Rennrad, da es sonst bei der Befestigung von Gepäcktaschen Probleme gibt: Der Schwerpunkt der Packtaschen sollte vor oder über der Hinterrad-Achse liegen, um ein Flattern des Rahmens zu verhindern. Dabei muss der Fuß noch genug Freiraum haben.

Einsatz: Universell, längere Touren, auf Asphalt oder Waldwegen, für erfahrene Radler mit Mut und Geschick zum Selberbasteln.

Rennrad

Das Rennrad zeichnet sich durch leichte Bauweise bei hoher Stabilität aus. Kurzer Radstand, steiler Sitzrohr- und Lenkkopfwinkel und kleiner Nachlauf sorgen für agiles Fahrverhalten und sportliche Haltung (meist fallen die preiswerteren Standardmodelle etwas komfortabler als die hochwertigeren aus).

Kurze Gabelscheiden und Kettenstreben erfordern die Verwendung schmaler Bereifung, ermöglichen die Montage von Seitenzugbremsen und machen die Anbringung von Gepäckträgern schwierig; wenn überhaupt ist dies i. Allg. nur mit Schellen möglich.

Der Rennlenker bietet viele Griffpositionen. Das ist sehr angenehm bei längeren Fahrten zur Entlastung der Handinnenflächen, bei Gegenwind sowie bei schnellen Bergabfahrten.

Kettenschaltung mit Zwei- oder Dreifach-Kettenblattgarnitur vorne. Letzteres wird inzwischen von den Marktführern in verschiedenen Preisklassen angeboten und erleichtert den Einsatz bei Bergfahrten erheblich.

Einsatz: Sportliche Ausfahrten mit wenig Gepäck (evtl. nur kleiner Rucksack) auf asphaltierten Straßen; lässt sich leicht zerlegen, somit leichter Transport in Bahn oder Auto.

Liegerad

Das Liegerad besticht durch den sehr geringen Luftwiderstand und den niedrigen Schwerpunkt.

Ermöglicht vor allem im Flachland eine bequeme und schnelle Fortbewegung.

Erfordert ein bisschen Übung und Umgewöhnung, vor allem, wenn Bergetappen (Einsatz des Körpergewichts nicht möglich) oder Geländefahrten geplant sind. Verschiedenste Geometrien und Formen: Laufradgröße, Lenkerposition, mit / ohne Federung, zwei oder drei Räder. Bei manchen Modellen ist die Unterbringung von vier Gepäcktaschen möglich.

Einsatz: Im Flachland oder leichten Bergland, kürzere und längere Touren.

Faltrad

Das Faltrad ist ein kompaktes Rad, welches durch die Bauart bedingt bei meist gleichem Kostenaufwand insgesamt schlechtere Fahreigenschaften und Reisetauglichkeit mit Gepäck bietet. Doch der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, und es lassen sich auch an einem Faltrad die Voraussetzungen für längere Reisen schaffen. Dann hat man natürlich beste Möglichkeiten, das Rad mitsamt Gepäck in öffentlichen Verkehrsmitteln zu transportieren oder problemlos in Hotels unterzukommen.

Einsatz: Für Individualisten mit einigem Geschick reisetauglich; wenn häufig andere Verkehrsmittel benutzt werden sollen.

Trekkingrad 28“

Das Trekkingrad ist im Gegensatz zum Rennrad mit einem deutlich längerem Radstand und flacherem Sitzrohr- und Lenkkopfwinkel ausgestattet. Sorgt für besseren Geradeauslauf, geringere Wendigkeit und weniger sportliche Haltung.

Längere Gabelscheiden und Kettenstreben ermöglichen die Montage von breiteren Reifen; Anlötteile für Cantilever- , V-, oder Hydraulikbremse sind vorhanden. Die Ausstattung ist komplett mit Lichtanlage, Schutzblechen, Gepäckträger (möglichst auch vorne, sog. Lowrider, zur Anbringung von tief hängenden Taschen).

Gerader Lenker, durch Montage von Hörnchen lassen sich die Griffmöglichkeiten erweitern. Es gibt inzwischen verschiedene Lenkerformen als Abwandlung des ursprünglichen geraden Lenkers, die unterschiedliche Griffpositionen ermöglichen. Mit Kettenschaltung wird eine große Übersetzungsbandbreite erreicht, mit Nabenschaltung ist das Trekkingrad bedienerfreundlicher und wartungsarm.

Einsatz: Universell, kürzere und längere Touren, auf Asphalt oder Waldwegen.

Klassisches Tourenrad

Das klassische Tourenrad ist eigentlich nur noch in Form des Hollandrades erhältlich und technisch etwas veraltet; sehr schwer. Flache Sitzrohr- und Lenkkopfwinkel, großer Nachlauf und langer Radstand sorgen für guten Geradeauslauf, bei sehr trägem Lenkverhalten.

Die gleichzeitig geringe Gewichtsbelastung des Vorderrades führt allerdings auch zu geringer Bodenhaftung auf losem oder glitschigem Untergrund in Kurven. Die Geometrie ermöglicht eine aufrechte Sitzposition. Die Ausstattung meist mit 3- oder 7-Gang-Nabe, Trommelbremse und voll gekapseltem Antrieb lässt das Rad ausgesprochen wartungsarm werden.

Einsatz: Stadt, gemütliche Flachlandtouren, für Nostalgiker.

Alle Angaben wurden von Hayit Medien und radtouren.de nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Allerdings kann keine Gewähr oder Haftung für einen etwaigen Schaden übernommen werden.

Text: Cornelia Auschra/Thomas Auschra (c) copyright, Alle Rechte vorbehalten

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