Teneriffa: Tour 3 - 100 Höhenmeter über uns liegenden Mirador

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Teneriffa für Radfahrer: Tour 3 - Panorama-Tour Südostküste

Los Cristianos – San Miguel – Granadilla – Arico – Güímar – Barranco Hondo – Santa Cruz de Tenerife (101 km)

Hat man Los Cristianos hinter sich gelassen, wartet eine genussreiche Strecke. Die anspruchsvolle Tour führt durch eine vielseitige Landschaft

Einfach ist das Rad fahren auf Teneriffa nicht, vor allem nicht in den Urlaubszentren. Große Steigungen und lästiger Verkehr machen einem auf den ersten Kilometern häufig zu schaffen. Die enormen Steigungen sind dabei weniger das Problem als der lärmende Verkehr, der sich rund um die Insel auf sämtliche Verkehrsknotenpunkte konzentriert. Schleichwege gibt es keine. Eine Möglichkeit ist, mit den oft sehr kooperativen Busfahrern zu verhandeln. Nach Valle de San Lorenzo etwa fahren die Busse ziemlich häufig. Zur Not verlädt auch ein Taxifahrer das Rad im Kofferraum. Auf diese Weise könnte man sich jedenfalls die ersten nicht sehr angenehmen 9 Kilometer und 400 Höhenmeter sparen. Andernfalls verlässt man Los Cristianos auf der gleichnamigen Avenida, fährt unter der Autobahn hindurch und folgt den Straßenschildern nach Granadilla, Arona und San Miguel. Die Straße steigt zügig an und führt durch karges, vegetationsarmes Gelände. In Valle de San Lorenzo kann man erst einmal durchatmen.

Erste Rundblicke

Ab hier beginnt der schöne Teil der Tour. Den etwa 100 Höhenmeter über uns liegenden Mirador de la Centinela erreicht man in einer langen Schleife. Oben angekommen, erwarten einen erste reizvolle Rundblicke vor allem auf den Küstenabschnitt um Las Galletas. Auch der Blick auf die Vorberge des Teide ist recht beeindruckend.

Von diesem beliebten Aussichtspunkt profitiert auch San Miguel, das man nach einer kleinen Abfahrt ansteuert. Das mit zahlreichen Blumen geschmückte Bergdorf ist recht ursprünglich geblieben, was mit zur Popularität bei den Reisenden beigetragen hat. Beliebt ist der Ort auch durch seine schmackhafte Küche mit den lecker zubereiteten Fisch- und Kaninchengerichten.

Weiter geht es zum höchsten Punkt der Tour, dem 650 Meter hoch gelegenen Granadilla. Imposant ist dabei die Querung des Barranco Orchilla, der sich tief in die Landschaft eingegraben hat. Noch vor dem Ort führt eine zehn Kilometer lange Abfahrt hinab nach El Médano, einer kleinen touristischen Siedlung mit idealen Surfstränden. Granadilla ist ein malerisches Dorf mit verwinkelten Gassen, in denen die alten, unverputzten Häuser von moderneren Gebäuden umrahmt werden, ohne dass die gesamte äußere Erscheinung darunter leiden müsste. Die landwirtschaftliche Ergiebigkeit der näheren Umgebung bringt zahlreiche Sorten von Gemüse, Kartoffeln, Getreide und sogar Weinreben zutage, was das Geschäftsleben spürbar pulsieren lässt.

Auf dem schönsten Steckenabschnitt

Nach der Tankstelle beginnt die erste Abfahrt. Besiedelungsdichte und Verkehr nehmen fortan deutlich ab, nun haben wir auf über 50 Kilometern eine der schönsten Radstrecken Teneriffas vor uns. Man fährt durch eine bizarre Felslandschaft aus rötlichem Gestein, die sich einem beinahe canyonmäßig in den Weg stellt. Nach Chimiche steigt die Straße über El Rio und La Cisnera bis Lomo de Arico insgesamt wieder an. Arico ist die vorerst letzte größere Siedlung auf dem Weg nach Fasnia. Verstärkt beobachtet man unterschiedlich große Felshöhlen am Straßenrand, in denen im Mittelalter die Guanchen gelebt haben.

Noch beeindruckender ist jedoch der Verlauf der Strecke: Die Insel ist in diesem Abschnitt derart zerfurcht, dass sich die Straße durch endlos viele Barrancos ihren Weg bahnen muss. Immer wieder schlängelt sie sich in das Innere einer weiteren Schlucht, deren Überquerung oft auf sehenswerten alten Steinbrücken erfolgt. Von den Brücken kann man den exponierten Verlauf der Barrancos oft bis zur Küste verfolgen.

Auch wird der Straßenbelag zuweilen etwas holprig, was jedoch gut zu dieser schroffen Felslandschaft passt. Jede einigermaßen ebene Stelle wird von den Bauern zum Anbau genutzt, gerade in Schluchtnähe sammelt sich die meiste Feuchtigkeit an. In Richtung Fasnia glätten sich die Berghänge wieder. Oberhalb von Fasnia hebt sich die weiße Kapelle Nuestra Señora de los Dolores von der schwarzen Vulkanasche ab. Als im Jahre 1702 die drohende Lavaglut gerade noch vor dem Ort im Boden versickerte, wurde sie als Dank vor der ausgebliebenen Tragödie errichtet. Von der Kapelle hat man auch einen besonders schönen Ausblick auf den Küstenstreifen.

Kleine Abfahrten wechseln mit dezenten Steigungen

Nach wie vor erweist sich die Route als sehr abwechslungsreich. Sehr vorteilhaft wirkt sich der angenehme Wechsel zwischen kleinen Abfahrten und dezenten Steigungen aus. Nächster Höhepunkt ist der Mirador de Don Martin, ein lukrativer Aussichtsbalkon. Spätestens jetzt ist das Endziel, die Hauptstadt Santa Cruz, von weitem sichtbar, während Güímar in greifbare Nähe rückt.

Häufig sind die Berghänge hier jedoch in dunkle Wolken gehüllt, doch aus ihnen fällt meist, wenn überhaupt, nur minimaler Niederschlag. Mit einer speziellen Technik schaffen es die Bauern dennoch, ein relativ hohes Maß an Fruchtbarkeit zu erzielen. Das Geheimnis liegt im Bimsstein, der sowohl als Dünger als auch als Wasserspeicher dienen kann. Auch feinste Tautropfen werden somit den trockenen Böden zugefügt. Für zusätzliche Bewässerung sorgt zudem ein raffiniert angelegtes Kanalsystem. Damit können bis zu vier Ernten pro Jahr erzielt werden, vorrangig Tomaten, Kartoffeln und Futtermais. Auch Früchte gedeihen hier. Eine Abfahrt führt hinab in den Ort, in dem im Winter hochrangige Folklore-Festivals stattfinden.

Vom Zentrum fährt man abwärts bis in die Nähe der Autobahn, die parallel in Küstennähe verläuft. Vor Barranco Hondo windet sich die Straße in Serpentinen wieder nach oben, bevor man über Tabaiba nach Barranco Grande steuert. Inzwischen hat einen auch längst der Verkehr wieder eingeholt. Doch diesmal profitiert man davon, dass der Schlussabschnitt über den Vorort Taco ins Zentrum von Santa Cruz in einer Abfahrt zurückgelegt wird und somit kurz und schmerzlos erfolgt. An der Plaza del General Weyler führt die Calle Castillo zuletzt als Fußgängerzone direkt an die Plaza de España.

Praktische Infos zur Strecke

Ausgangsort: Plaza del Carmen in Los Cristianos.

Anfahrt: Vom Flughafen Reina Sofía 14 Kilometer entfernt (Bus und Taxi).

Streckenverlauf: Los Cristianos: Plaza del Carmen – Calle General Franco – vor Centro Médico rechts – links auf Avenida de Los Cristianos und unter der Autobahn hindurch – Valle de San Lorenzo (9 km) – San Miguel (6 km) – Granadilla (6 km) – Lomo de Arico (16 km) – Arico (4 km) – Fasnia (14 km) – Mirador de Don Martín (12 km) – Güímar (4 km) – Barronco Hondo (14 km) – Taco (10 km) – auf der Rambla de Pulido zum Plaza del General Weyler – die Calle Castillo hinab zur Plaza de Espana in Santa Cruz (6 km).

Streckenlänge: 101 Kilometer.

Variationen: Direkte Abfahrt von Granadilla nach El Médano (11 km, insgesamt 32 km). Übernachtung möglich. Rückfahrt mit dem Bus.

Zeitaufwand: Ganzer Tag.

Streckenprofil: Anstrengende Route von Süd nach Nord stets in den verkarsteten Berghängen des Teide und in Sichtkontakt mit der durchschnittlich etwa 500 Meter tiefer verlaufenden Küste. Viele Steigungen, insbesondere zu Beginn, insgesamt ca. 1000 Höhenmeter.

Anspruch: Für Kinder ungeeignet. Die steilen Abfahrten und Anstiege erfordern ein gutes Trekking- oder Tourenrad mit intakten Bremsen. Helm von Vorteil. 

Badestrände: Playa de los Cristianos, Playa de Troya in Playa de las Américas.

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