Die grünen Wege des „RAVeL-Netzes“ in der Wallonie eignen sich besonders im Sommer für Touren. Ein weit verzweigtes Netz ehemaliger Bahntrassen und Treidelpfade wurde zu Wegen ausgebaut, auf denen kein motorisierter Verkehr zugelassen ist: exklusiv zum Radfahren, Spazieren, Skaten, Rollstuhlfahren oder Reiten (RAVeL steht für Réseau Autonome des Voies Lentes = eigenständiges Netz langsamer Wege). Mehrere dieser Strecken punkten an heißen Tagen mit einem entscheidenden Vorteil: viel Schatten und kaum Steigungen.
Ein Beispiel ist die Verbindung entlang der ehemaligen Bahnlinien 38 und 39 im Herver Land zwischen Aachen und Lüttich. Die Strecke führt durch eine sanft hügelige Landschaft, gesäumt von Hecken, Wiesen und kleinen Dörfern. Alte Bahnhöfe wurden zu Cafés oder Rastplätzen umfunktioniert.
Der Belag ist meist fein asphaltiert oder wassergebunden, die Wege sind breit und autofrei. Das macht sie ideal für entspanntes Radeln – auch für Familien oder weniger geübte Radelnde. Da die Trassen ursprünglich für Züge angelegt wurden, verlaufen sie gleichmäßig und ohne steile Anstiege, was gerade bei hohen Temperaturen angenehm ist.
Wer länger unterwegs sein möchte, kann die Tour Richtung Süden verlängern und dem Verlauf der Ourthe folgen. Hier wird es noch naturnäher: Der Fluss sorgt für zusätzliche Kühlung, schattenspendende Bäume säumen die Wege, und immer wieder öffnen sich Blicke auf das Wasser.