Hier kommt das Rad zum Reifen: Die voluminösen Ballonreifen Big Apple und Fat Frank standen Pate für eine ganz neue Fahrradgattung, das Balloonbike. Die dicken Decken geben dem Rad nicht nur seinen Namen, sondern auch seine Eigenschaften.
Balloonbikes sind Fahrräder, die auf großem Fuße fahren - sprich, auf mindestens 50, oft 60 Millimeter breiten Reifen. Es gibt sie als City- oder Trekking-Bike, Kinder- oder Faltrad. Allen Modellen gemeinsam: Dank der Federung durch die rund 60 Millimeter breiten Reifen kommen sie ohne zusätzliche Federelemente aus. So bleibt das Fahrrad leicht und wartungsarm –
und ist damit ein Kandidat fürs „rundum sorglos-Rad“.
Der größte Pluspunkt der Ballonreifen ist aber das weiche Fahrgefühl. „Aufgrund ihres immensen Volumens können die Reifen mit einem relativ geringen Luftdruck von etwa zwei Bar gefahren werden“, erklärt Frank Bohle, Geschäftsführer des Reifenherstellers Schwalbe. Die dicken Reifen bügeln unebene Fahrbahnen und Kopfsteinpflaster einfach aus und schaukeln ihre Fahrer sanft über das Pflaster. So schont der Reifen die Knochen und Gelenke der Radler. „Der Big Apple mindert die Stöße auf die Wirbelsäule fast so gut wie eine Federung des Hinterbaus“, stellte die Deutsche Sporthochschule Köln fest. Schmalere Fahrradreifen rollen dagegen in der Regel etwa mit vier Bar – fahren sich also wesentlich härter.
Kaum zu glauben angesichts der voluminösen Reifen: Breite Reifen rollen sogar leichter. Die breitere Decke federt weniger ein und ihre Abflachung fällt geringer aus. Ergebnis: Der Reifen walkt weniger, bleibt "runder" und rollt leichter ab. Bei einem Luftdruck von zwei Bar ist der Rollwiderstand um zirka 30 Prozent geringer als bei der üblichen 37 Millimeter-Bereifung.
Auch für einen Gewinn an Pannensicherheit sorgt das immense Volumen: Vor dem gefürchteten Durchschlagen des Reifens ist der Big Apple besser geschützt als schmalere Reifen. Gegen Durchstiche haben die breiten Reifen ebenfalls ein Rezept. Sie geben spitzen Gegenständen elastisch nach und „spucken“ sie nach dem Überrollen regelrecht wieder aus. Zusätzlicher Schutz: ein KevlarGuard-Schutzgürtel unter der Lauffläche.
„Es gibt einen wachsenden Markt für alltagstaugliche Fahrräder mit Komponenten vom Feinsten und einem sportlichen, ergonomischen Design“, sagt Frank Bohle. Die Balloonbikes bedienen diesen Markt und haben die Grundidee des Big Apple – hoher Komfort ohne aufwändige Technik – auf individuelle Weise umgesetzt. Die hochwertig ausgestatteten Räder kosten im Fahrradfachhandel ab etwa 600 Euro.