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ADFC-Radreiseanalyse 2025

Mehr E-Bikes, mehr Natur, weniger Radreisen

Der Weserradweg landet auf Platz 2 der meist befahrenen Radfernwege Deutschlands. (Foto: TMN,DZT/Jens_Wegener)

17.300 Menschen haben an der repräsentativen Online-Umfrage zur ADFC-Radreiseanalyse 2025 teilgenommen. Die Ergebnisse zeigen: 39,3 Millionen Menschen fahren Rad – im Urlaub, auf Radreisen oder in der Freizeit. Die E-Bike-Nutzung nimmt zu, Erholung in der Natur ist gefragt, jeder vierte Radreisende kauft neue Ausrüstung. Aber: Die Zahl der Radreisen und Tagesausflüge geht zurück. Es besteht Handlungsbedarf, damit Deutschland als Radreiseland attraktiv bleibt.

Christian Tänzler, Radtourismusexperte im ADFC-Bundesvorstand: „Deutschland ist ein attraktives Radreiseland mit einem großen Potential. Schon jetzt nutzt jeder zweite Erwachsene das Fahrrad im Urlaub oder in der Freizeit. Von denen, die bisher keine Radreisen unternommen haben, können sich immerhin 50 Prozent vorstellen, dies in Zukunft zu tun. Besonders die Nutzung des Fahrrads im Urlaub ist deutlich gestiegen. Die ADFC-Radreiseanalyse zeigt aber auch, dass die Zahlen bei den klassischen Radreisen, Kurzradreisen und Tagesausflügen zurückgegangen sind. Um hier weiterhin viele Radurlauber anzuziehen, braucht es jetzt gezielte Maßnahmen. Radreisende wünschen sich attraktive, sichere und gut gepflegte Radwege, eine unkomplizierte Anreise mit der Bahn und zielgruppenorientierte Angebote für Familien und Radreise-Einsteiger.“

Kilometer, Übernachtungen, Tagesausflüge: Der Radreisetourismus in Zahlen

In der Radreiseanalyse werden vier Segmente abgefragt: Radreise, Radkurzreise, Tagesausflug und Radnutzung im Urlaub.

  • Radreise: 3,3 Millionen Menschen unternahmen 2025 eine klassische Radreise mit mehr als drei Übernachtungen. Sie machten zusammen 4,6 Millionen Radreisen und übernachteten im Schnitt 7,6-mal. 2023 waren in diesem Segment noch 3,6 Millionen Menschen unterwegs. 
  • Radkurzreise: Auch die Radkurzreisen mit ein bis zwei Übernachtungen sind rückläufig: von 5 Millionen Menschen im Jahr 2023 auf 4,2 Millionen Menschen im Jahr 2025. Insgesamt gab es 7,6 Millionen Radkurzreisen. Der Mai und der Juni sind die beliebtesten Reisemonate. 
  • Tagesausflüge: 34 Millionen Menschen unternahmen insgesamt 361 Millionen Tagesausflüge mit dem Rad. 2023 waren es noch 455 Millionen Tagesausflüge. 
  • Radfahren im Urlaub: Öfter nutzen Menschen das Fahrrad im Urlaub. Hier sind es 12,7 Millionen Menschen, die insgesamt 22,8 Millionen Mal mit dem Fahrrad unterwegs waren. 2023 waren es hier noch 10,6 Millionen Menschen.

Das Segment Radfahren im Urlaub verzeichnet Wachstum, die drei anderen sinken im Vergleich zu 2023. Die Gründe sind vielfältig: Wechselhaftes Wetter und Regen im Juli 2025, größerer Wunsch nach Erholungs- und Familienreisen, stärkeres Bedürfnis nach Sicherheit und Entspannung sowie gestiegene Kosten. Christian Tänzler: „Hier muss angesetzt werden: Radinfrastruktur sicher machen, Erholungscharakter stärken und neue Zielgruppen wie Familien erschließen.“

Die am meisten befahrenen Radfernwege

Der Elberadweg ist der am meisten befahrene Radfernweg Deutschlands. 840 Kilometer führt der erlebnisreiche deutsche Teil von der tschechischen Grenze über Dresden bis nach Cuxhaven. Auf Platz zwei und drei folgen der Weserradweg und der Ostseeküstenradweg. Das sind die Top Ten: Elberadweg, Weserradweg, Ostseeküstenradweg, Rheinradweg, Bodensee-Königssee-Radweg, MainRadweg, Donauradweg, Moselradweg, Emsradweg, Fünf-Flüsse-Radweg.

Neue Ausrüstung

Für 29 Prozent war die Radreise ein Anlass, um sich neue Ausrüstung zu kaufen. An erster Stelle stand die Fahrradtasche, es folgten Kleidung, Fahrradteile und Reparaturen. Jede zehnte Person, die für die Radreise in Ausrüstung investierte, legte sich ein neues E-Rad zu. Jede zwanzigste davon kaufte sich ein Fahrrad ohne Motor.

Die Hälfte fährt Pedelec

Ob in hügeligen Landschaften oder für längere Strecken – auf Radreisen nutzt inzwischen jeder Zweite ein Pedelec. So wird der Radtourismus auch für Menschen zugänglicher, die sich eine Radreise bisher noch nicht zugetraut haben.

Radfahrer:innen suchen Erholung in der Natur

Wer sich entspannen und erholen möchte, der setzt sich auf das Rad und fährt in die Natur. 93 Prozent gaben an, dass ihnen das bei einem Tagesausflug mit dem Rad besonders hilft. Nur 15,8 Prozent erleben Konflikte mit anderen Ausflüglern. 

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