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Rund um den Dollart

Radwandern im deutsch-niederländischen Rheiderland

Beschauliches Örtchen an der Ems: Ditzum (Foto: Hayit Medien)

Die Dollart-Route (niederländisch: Dollard) ist gut ausgeschildert und in beide Richtungen zu befahren. Steigungen gibt es auf den gut 200 Kilometern kaum, die Strecke um den jahrhundertealten Meerbusen ist platt wie ein Pannekoeken…

Sie starten den Rundkurs gegen den Uhrzeigersinn in Emden. Das Schmunzelkabinett des deutschen Komikers Otto Waalkes, das Otto-Huus, kann schon mal lustig einstimmen - oder man hebt es sich für den Schluss auf. Vom Bahnhof Bus oder Bahn nehmen zum Außenhafen, wo von der Ostmole das Fahrgastschiff „Dollard” dreimal wöchentlich ins holländische Delfzijl pendelt.

Die Fahrt auf dem Meerbusen ist Sommerfrische pur und mit Glück erleben Sie das Auslaufen einer Luxus-Lady von der Meyer Werft. Auf niederländischem Boden in Delfzijl sollten Sie auf keinen Fall das Meeresaquarium Delfzijl verpassen. Sind Kinder mit von der Partie, werden die sich keine Sekunde langweilen. Das Museum bietet die Themen Schifffahrt, Geologie, Archäologie, Muscheln (eine der größten Muschelsammlungen Europas) und ein Meeresaquarium – untergebracht in einem Bunker des Zweiten Weltkrieges.

Einige Kilometer weiter kommen Sie durch das mittelalterliche Appingedam, ein bemerkenswert hübsches Städtchen, für das Sie sich etwas Zeit nehmen sollten. Weiter landeinwärts passieren Sie das Schildmeer und Froombosch. Von Froombosch sind es übrigens nur 20 Kilometer bis ins quirlige Groningen mit seinen vielen Märkten und Sehenswürdigkeiten – der Abschnitt des Holland-Heide-Wegs (Lauenburg – Groningen) kreuzt hier die Dollartroute. Der Weg ist zwar nicht ausgeschildert, aber der exakte Verlauf ist mit GPS-Tracks zu finden unter http://radreise-wiki.de/Holland-Heide.

Bleiben Sie auf dem Dollartweg, ist es bis Slochteren nur ein Katzensprung. Die mittelalterliche Fraeylemaborg ist zu besichtigen und liegt in einem sehr schönen Park, der nach englischem Landschaftsstil angelegt wurde. Von Slochteren geht es in einer langen Schleife wieder in Richtung Dollart über Siddeburen, Wagenborgen, Borgsweer und Termunten nach Niewolda. Dort ist das Kinderwagenmuseum zu finden. In der Villa von 1905 und angrenzender Scheune informiert eine Sammlung von über 400 Exponaten darüber, womit der Nachwuchs von einst spielte und in welchem „trendy Gefährt” er ausgefahren wurde

Der nächste Stopp auf der Tour schlägt gleich zwei Sehenswürdigkeiten mit einer Klappe: Das dampfbetriebene Schöpfwerk Stoomgemaal in der Blauwestaad. In der „Blauen Stadt” befindet sich eines der größten niederländischen Bauprojekte: Auf acht Quadratkilometern wurde im Oldambtmeer eine Art Mini-Vendedig angelegt mit umliegendem Naherholungs- und Naturschutzgebiet und vielen Wohnmöglichkeiten. Das interessante Projekt läuft nun seit über zehn Jahren und soll voraussichtlich 2016 fertig gestellt sein. Das dampfbetriebene Schöpfwerk Stoomgemaal aus dem Jahr 1895 läutete das Ende der Wassermühlenära ein und zeigt heute „hautnah”, wie die Be- und Entwässerung in der Polderlandschaft funktioniert.

Bergfest! Die Hälfte des Dollart-Rund ist geschafft. Seele baumeln lassen und ruhig radeln. Sie passieren Beerta und Drieborg und fahren kurz vor dem Dollart wieder landeinwärts nach Bad Nieuweschans, einer kleinen Garnisonsstadt mit wechselhafter Grenzgeschichte. Ein Besuch der alten alten Bronzegießerei „De oude Remise” (www.deouderemise.nl ) lohnt sich. Auf dem Weg nach Bunde haben Sie wieder deutschen Boden unter den Reifen. Im Gulfhof befindet sich das Dollartmuseum mit dem Themenschwerpunkten Dollart- und Deichbaugeschichte, Flora und Fauna des Rheiderlandes, Tulpenanbau, -ernte und –verarbeitung.

Der Dollartweg führt jetzt wieder ein Stück zurück immer entlang der Grenze und zweigt nach Wymeer in Richtung Papenburg ab. In Papenburg ist die Meyer Werft ein Muss. Abseits der großen Straßen schlängelt sich die Tour nun immer an der Ems entlang – meist fahren Sie im Windschatten der Deiche auf dem Deichverteidigungsweg. In Weener, dessen Stadtbild geprägt ist durch den Hafen und viele Gebäude aus dem 18. Und 19. Jahrhundert, befindet sich im früheren Armenhaus das Heimatmuseum, wo man Interessantes über aussterbende Handwerksberufe, wie Stellmacher, Töpfer, Fischer und dergleichen erfährt.

Immer weiter an der Ems in Midlum befindet sich das Ziegeleimuseum, welches über den Aufstieg und Fall der Ziegeleiregion Ostfrieslands berichtet. Von Midlum geht es noch ein Weilchen an der Ems lang „abwärts” nach Ditzumverlaat, wo sich mit 2,5 Meter unter Null angeblich der tiefste Punkt Deutschlands befindet – ein Titel, auf den mehrere norddeutsche Ferienorte den Anspruch erheben.

In Ditzum setzen Sie mit einer historischen Fähre nach Petkum über und radeln zur vorletzten Etappe nach Oldersum/Gandersum zum Emssperrwerk. Von dort aus radeln Sie zurück nach Petkum und setzen wieder über nach Ditzum. Von Ditzum nehmen Sie die Fähre „Dollard” und beschließen die letzte Tour nach Emden auf dem Wasser.

Diese Tour findet man neben weiteren Routen zwischen Nordsee und Ostsee in der Broschüre: Fahrrad, Wandern, Walking 2014/2015 (Sonderheft in Land & Meer"). Zum Preis von 8,90 Euro im Handel oder versandkostenfrei direkt beim Verlag erhältlich.

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